„Mich hat der Schlag getroffen“-und was nun?
Mit der Erkenntnis, dass es sich bei einem Schlaganfall um ein Notfallereignis - ähnlich wie beim Herzinfarkt - handelt, sind in den letzten Jahren hessenweit in einigen Krankenhäusern, mit Hilfe und Unterstützung durch die Krankenkassen, sogennanten Schlaganfalleinheiten (englisch: Stroke Units), eingerichtet worden.
Wozu dienen diese Einrichtungen?
Mit der Zunahme von Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, der Zunahme von Bluthochdruck, Alterszucker und Übergewicht sowie der steigenden Zahl älterer Menschen hat auch die Häufigkeit von Schlaganfällen zugenommen. Der Schlaganfall ist immer das Ergebnis des Zusammentreffens einer oder mehrerer dieser Gesundheitsrisiken und stellt eine lebensbedrohliche Situation dar.
Der Schlaganfall kommt wie „aus heiterem Himmel“ - wichtig ist deshalb die Erkennung der frühen Warnzeichen:
• Herabhängender Mundwinkel
• Sprach- und Sprechstörungen
• Halbseitige Lähmungserscheinungen
• Sehstörungen
Der Schlaganfall ist ein Notfall - deshalb ist sofort, auch wenn die Warnzeichen vorübergehen, der Rettungsdienst über den Notruf 112 zu informieren. Der Rettungsdienst ist Teil der Versorgungskette, ist mit der Situation vertraut, erkennt die Warnzeichen, kann sie durch Schulung richtig einschätzen und fährt das für diese Behandlung ausgestattete Krankenhaus an. Das wichtigste ist beim Schlaganfall: keine Zeit verlieren! Denn je eher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Behandlungsaussichten.
Ursachen für den Schlaganfall können ein Verschluss der Gehirngefäße (Embolie) oder aber Blutungen sein. Diese Ereignisse beeinträchtigen in vielen Fällen lebenswichtige Funktionen (Herz, Kreislauf, Stoffwechsel), sodass im Krankenhaus spezielle Untersuchungstechniken und durch medizinische Geräte unterstützte Kontrolle (Monitoring) erforderlich sind. Dadurch können auch frühzeitig Komplikationen erkannt und behandelt werden. Hierzu gehört in bestimmten Fällen die Auflösung von Blutgerinnseln (Lyse). Schlaganfalleinheiten sind Intensivbehandlungseinheiten und müssen bestimmte technische und personelle Vorrausetzungen erfüllen. Schlaganfallversorgung ist Team-Arbeit: Wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen Neurologen und Internisten, dem spezialisierten Pflegepersonal und den verschiedenen Therapeuten (Krankengymnasten, Logopäden, Ergotherapeuten). Bedeutend sind die Auswirkungen eines Schlaganfalls mit Sprechstörungen durch Gesichtslähmung, Gedächtnis- und Sprachstörungen, Lähmungen in Arm und Bein, die zu einer Behinderung beim Bewegungsablauf führen. Der intensiven Erstbehandlung folgt unmittelbar die Frührehabilitation, damit die Folgeschäden möglichst gering gehalten werden können. Nicht jeder Schlaganfallpatient muss in eine spezielle Einheit; dies hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Auch andere Krankenhäuser haben Erfahrungen bei der Schlaganfallbehandlung. Sie haben sich u. a. in der Zusammenarbeit mit den Schlaganfalleinheiten weiter qualifiziert, sodass über ganz Hessen ein Versorgungsnetz entstanden ist. Auch durch teleradiologische Verknüpfung und Konsultation auf elektronischem Wege ist es möglich, die richtige Zuweisung der Patienten zu steuern.