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Ursprünge und Wirkungsart der Akupunktur

Ursprünge

 

Das Prinzip der Einteilung des gesamten Universums und sämtlicher Naturphänomene nach dem sich ergänzenden polaren Gegensatzpaar Yin und Yang stammt aus der ältesten chinesischen Naturphilosophie, dem Taoismus. Die zwischen Yin und Yang liegende Spannung wird als Qi bezeichnet, ein Begriff, der für Lebensenergie steht. Yin lässt sich mit Kälte, Schwäche, Leere, Yang mit Wärme und Fülle in Analogie bringen. Beim gesunden Menschen sind beide Polaritäten im Gleichgewicht. Funktionelle Erkrankungen werden von den Chinesen als Störung des Yin-Yang-Gleichgewichtes durch krankhafte Störfaktoren gesehen. Hierbei kommt es zu einem stockenden Energiefluss, der häufig Schmerzen verursacht. Diese Erkrankungen sollen über Reize von Akupunkturpunkten beeinflusst werden können.

 

Genauso, wie es einen Weg von krankhaften inneren Organen zur Körperoberfläche gibt, so gibt es auch einen Zugangsweg von der Körperoberfläche zu den inneren Organen. Dies ist in der chinesischen Medizin bereits seit Jahrtausenden bekannt.

 

Wie wirkt Akupunktur?

 

Anatomische Studien haben ergeben, dass an den meisten Akupunkturpunkten so genannte Gefäß-Nerven-Bündel von der Oberfläche in die Tiefe treten. Doch es gibt auch andere anatomische Strukturen, die als Akupunkturpunkte gelten. Von all diesen Punkten soll es einen therapeutisch wirksamen und effektiven Zugang zu Funktionsstörungen der inneren Organe geben.

 

Die vermutliche Wirkungsweise der Akupunktur konnte in den letzten Jahrzehnten über verschiedene naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle besser beschrieben werden: Über Reizung von Akupunkturpunkten bilden sich im Körper körpereigene, morphiumartige Substanzen (Endorphine) und Nervenüberträgersubstanzen (Neurotransmitter). Diese Substanzen wirken schmerzstillend und psychisch ausgleichend. Bei der Akupunktur werden also Mechanismen zur Schmerzkontrolle aktiviert: Über Reize an bestimmten Hautstellen soll die Schmerzempfindlichkeit im zentralen Nervensystem für später auftretende Schmerzimpulse der Krankheit unempfindlich gemacht werden.
 
Die Akupunktur kann nur ein Teil eines gesamten Therapiekonzeptes sein. Deshalb ist vor der Akupunkturbehandlung immer eine genaue Diagnosestellung erforderlich.