Bildquelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Viele Menschen wissen nicht, dass circa ein Fünftel aller Medikamente das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Rezeptfreie Mittel dürfen dabei nicht unterschätzt werden. Vorsicht ist auch bei gleichzeitiger Einnahme von verschiedenen Medikamenten geboten und zu Beginn einer Behandlung, weil Nebenwirkungen zu diesem Zeitpunkt verstärkt auftreten können.
Bei blutdrucksenkenden Medikamenten sind beispielsweise anfängliche Kreislaufprobleme möglich und es kann zu Ermüdungserscheinungen kommen. Beruhigungsmittel, Hustenblocker oder Heuschnupfenpräparate können auf das Nervensystem so wirken, dass sie das Reaktionsvermögen einschränken. Starke Schmerzmittel führen mitunter zu Benommenheit oder heftigen Stimmungsschwankungen. Bei einigen Medikamenten verengen sich die Pupillen, wodurch besonders das Sehen im Dunkeln erschwert wird. Durchwegs kritisch anzusehen sind Arzneimittel mit Wirkung auf die seelische Verfassung, so zum Beispiel gegen Depressionen oder Schizophrenie. Solche Präparate haben besonders in den ersten Tagen der Einnahme eine so besonders intensive Wirkung auf die Psyche, dass vom Autofahren abgesehen werden sollte.
Ob und wie lange ein Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinflusst, hängt von zahlreichen Faktoren ab: sowohl vom Einnahmezeitpunkt als auch der Dosierung, vom Alter und Geschlecht des Patienten, seinem Körperbau und Gewicht sowie der Grunderkrankung und der Einnahme weiterer Medikamente.
Verzichten Sie unbedingt auf Alkohol, wenn sie Medikamente einnehmen. Alkohol kann – auch in geringen Mengen – die Wirkungen oder Nebenwirkungen der Arzneimittel, die die Verkehrstüchtigkeit einschränken, erheblich verstärken.
Bedenken Sie stets, dass alles, was auf das Gehirn wirkt, auch Auswirkungen auf das Autofahren hat. Deshalb: Bei Arzneimitteln immer die Packungsbeilage lesen und auf Warnhinweise zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen achten. Im Zweifelsfall lieber den Arzt oder Apotheker fragen und das Auto stehen lassen.