Bildquelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Wechseljahre einer Frau
Einige Frauen erleben die Wechseljahre fast beschwerdefrei, anderen machen die hormonell bedingten Veränderungen sehr zu schaffen. Dazu gehören vor allem Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schwindel, depressive Verstimmungen, Nervosität und Schlafstörungen. Viele Betroffene probieren zunächst pflanzliche Arzneimittel und eine Änderung des Lebensstils aus, bevor sie sich möglicherweise einer Hormonersatztherapie unterziehen. Diese wird nach sorgfältiger Abwägung des individuellen Nutzen und Risikos vor allem bei starken Wechseljahrsbeschwerden von einem Arzt begleitet.
Zu Beginn der Wechseljahre sind unregelmäßige oder schmerzhafte Monatsblutungen häufig. Dagegen können Extrakte des Mönchspfeffers (Agnus castus) helfen. Sie bessern auch das Spannen in der Brust und wirken gegen Beschwerden vor oder während der Periode. Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) kommt gegen Hitzewallungen und Reizbarkeit zur Anwendung. Gegen depressive Verstimmungen hilft Johanniskraut (Hyperici herba). Denn gerade in den Wechseljahren können Stimmungsschwankungen verstärkt die Seele belasten. Zur Besserung von Schlafstörungen, empfiehlt sich die Gabe von Baldrian-, Hopfen-, oder Melisse. Wichtig ist: Pflanzliche Arzneimittel sollten nur in der Apotheke gekauft werden. Die Präparate in Supermärkten und Drogerien enthalten zwar die gleichen Pflanzen, sind aber häufig zu gering dosiert.
Daneben sollten Frauen auf eine ausreichende Kalzium-Versorgung in Kombination mit dem Vitamin D3 achten. Das stärkt die Knochen und ist wichtig zur Vorbeugung von altersbedingten Knochenbrüchen, der so genannten Osteoporose. Wird das Kalzium nicht ausreichend über die Ernährung in Form von Milchprodukten zugeführt, rät der Apotheker zu einem auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmten Nahrungsergänzungsmittel. Außerdem ist es sinnvoll, gerade in den Wechseljahren auf eine gesunde Ernährung mit wenig Koffein und Alkohol zu achten und auf das Rauchen zu verzichten. Gegen die oft beklagte Antriebslosigkeit hilft Bewegung, wie zum Beispiel der Sport in der Gruppe. Nordic Walking oder Radfahren, aber auch nur der Spaziergänge an der frischen Luft wirken sich positiv auf das körperliche und seelische Befinden aus. Da die Haut mit dem Alter dünner und trockener wird, sollte gerade in den Wechseljahren auf eine feuchtigkeitsspendende Hautpflege geachtet werden. Wer zu trockenen Augen neigt, kann zur Linderung den Tränenfilm mit Augentropfen künstlich benetzen.
Auch hömöopathische Arzneimittel, wie zum Beispiel Cyclamen (bei Erschöpfung, Nervosität), Lachesis (bei Nervosität, Schlafstörungen) , Pulsatilla (bei depressiver Verstimmung, Ängstlichkeit, Weinerlichkeit) und Sepia (bei Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen) werden in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Frauen sollten sich diesbezüglich von einem erfahrenen Homöopathen oder einem auf Homöopathie spezialisierten Apotheker beraten lassen.