Wechselwirkungen
Antibiotika und Milchprodukte sind ein solch klassischer Fall. Das Kalzium aus der Milch geht mit den Arzneistoffen eine Verbindung ein, sodass diese unwirksam werden. Dabei handelt es sich vor allem um Antibiotika der Tetrazyklin-Gruppe und so genannte Gyrasehemmer. Deshalb sollten Milch, Käse, Quark und Joghurt mindestens zwei Stunden vor oder nach der Einnahme dieser Antibiotika verzehrt werden. Auch Fluoride, z.B. als Tabletten für die Zähne, und so genannte Bisphosphonate, die gegen Osteoporose wirken, sollten deshalb nicht mit Milch genommen werden.
Apotheker empfehlen, Tabletten generell nur mit Leitungswasser zu schlucken. Denn auch Mineralwässer enthalten oftmals viel Kalzium. Ein weiteres Beispiel für eine bekannte Wechselwirkung mit Medikamenten ist der Grapefruitsaft. Grapefruitsaft kann die Wirkung mancher Arzneimittel bis zu 70 Prozent erhöhen. Bestandteile des Safts hemmen dabei ein Leberenzym in der Darmwand, das die Medikamente im Körper abbaut. Betroffen sind z.B: Kopfschmerzmittel, Schlafmittel, Antiallergika, blutdrucksenkende Mittel und Medikamente, die die Blutfettwerte senken (sog. Statine). Schwerwiegende Folgen können zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder auch Kreislaufprobleme sein.
Bier, Wein oder Schnaps dämpfen das zentrale Nervensystem und verstärken die Wirkung von Arzneimitteln, die auf die Psyche wirken. Dazu zählen Schlaf- und Beruhigungsmittel, stimmungsaufhellende Mittel, Medikamente gegen Angstzustände aber auch Diabetes-Medikamente wie Metformin oder Insuline, die den Blutzuckerspiegel senken sollen. Durch den gleichzeitigen Konsum von Alkohol kann der Blutzucker gefährlich abfallen.
Ein weiteres Beispiel sind koffeinhaltige Getränke. Sie hemmen die Aufnahme von Eisen-Präparaten, die bei Blutarmut oder Eisenmangel in der Schwangerschaft zum Einsatz kommen. Eine Wechselwirkung besteht auch zwischen gereiftem (alten) Käse, Dauerwurst oder Fischkonserven und der Medikamentenklasse der MAO-Hemmer, die gegen Depressionen wirken. Ein starker Blutdruckanstieg kann hierbei die Folge sein, wenn eiweißreiche, lange gelagerte Nahrungsmittel zusammen mit den Medikamenten verzehrt werden.
Wie die Beispiele zeigen, können nicht nur verschreibungspflichtige, sondern auch rezeptfreie Medikamente Wechselwirkungen hervorrufen. Deshalb lohnt es sich, den Apotheker zu fragen oder den Beipackzettel zu beachten.