Bildquelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Davon ist jedoch grundsätzlich abzuraten, weil die Nahrungsbestandteile und das Arzneimittel sich oftmals nicht vertragen. Der Arzneistoff kann sich möglicherweise verändern und seine Wirksamkeit nicht entfalten. Das Kalzium in der Milch geht zum Beispiel mit manchen Medikamenten schwer lösliche Verbindungen ein. In der Folge kann das Medikament dann nicht oder nur mit zeitlicher Verzögerung vom Körper aufgenommen werden. Deshalb empfiehlt es sich in vielen Fällen, zum Beispiel Antibiotika unabhängig von den Mahlzeiten auf leeren Magen zu verabreichen.
Spezielle „Medikamentensauger“ aus der Apotheke helfen, dass flüssige oder gelöste Medikamente kindgerecht verabreicht und von den Kleinen besser akzeptiert werden. Bei der Medikamentengabe für Kinder ist stets zu bedenken: Sie sind keine kleinen Erwachsenen! Ihr Organismus arbeitet noch anders. Es gibt Unterschiede zwischen Kindern in den verschiedenen Stufen des Wachstums und Erwachsenen dahingehend, wie ein Arzneimittel aufgenommen wird, wie schnell die Wirkung eintritt, wie lange sie andauert und wie der Körper entsprechende Entgiftungsprozesse bewältigt.
Medikamente werden für Kinder nach dem Beipackzettel oder den Hinweisen des Kinderarztes dosiert. Wichtig ist, dass Eltern die Dosierung exakt einhalten. Eine eigenmächtige Verringerung der Dosis aus falsch verstandenen Sicherheitsbedenken kann zur Folge haben, dass das Arzneimittel nicht mehr richtig wirkt, den kindlichen Organismus aber dennoch belastet. Eine Erhöhung nach dem Motto: „viel hilft viel“ kann gefährliche Nebenwirkungen und Vergiftungen bewirken. So arbeitet die kindliche Niere – insbesondere die eines Säuglings – um ein Vielfaches langsamer als die eines Erwachsenen. Das bedeutet, dass der Medikamentenwirkstoff länger im Körper verweilt. Bei gut gemeinten Wiederholungsgaben können so schnell Konzentrationen entstehen, die für das Kind gefährlich werden.
Eltern sollten sich bei allen Arzneimitteln, die sie ohne ärztliche Verordnung kaufen, von ihrem Apotheker beraten lassen. Der hat auch Hinweise parat, wie Augen- und Ohrentropfen für die Kleinen am besten verabreicht werden, bei welchen Beschwerden pflanzliche Arzneimittel helfen und wann auf jeden Fall ein Arztbesuch erforderlich ist.
Arzneimittel sollten darüber hinaus grundsätzlich an einem für Kinder nicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden.