Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Abführmittel zählen zu den Arzneimittelgruppen, die sehr häufig bewusst oder unbewusst falsch angewendet werden. Viele Abführmittel führen zu einer Gewöhnung. Wer sie ständig nimmt, braucht immer höhere Dosierungen, um eine Wirkung zu erzielen. Die Darmschleimhaut wird gereizt und es kann zu Entzündungen kommen. Durch das ständige Abführen verliert der Körper außerdem wichtige Mineralstoffe wie zum Beispiel das Kalium. Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Abführmittel sollten deshalb nur kurzfristig eingenommen werden, es sei denn sie werden bei bestimmten Krankheiten über einen längeren Zeitraum hinweg ärztlich verordnet.
Sehr wirkungsvoll und sanft zum Körper sind Einläufe, auch Klistiere genannt. Die Einlaufflüssigkeit enthält Salze, die Wasser binden. Dadurch quillt der verhärtete Stuhl auf und kann leichter ausgeschieden werden. Die Flüssigkeiten wirken nur lokal im Darm und helfen bei hartnäckiger Verstopfung oder zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.
Bei leichten Verstopfungen helfen Füll- und Quellstoffe wie Leinsamen, Weizenkleie oder Flohsamen. Es kann allerdings einige Tage dauern, bis sie wirken. Während der Anwendung sollte viel Wasser getrunken werden. Nur dann können die Stoffe aufquellen und den Darm füllen, wodurch die Darmtätigkeit angeregt wird.
Für eine gute Verdauung ist generell wichtig: Viel bewegen, ausreichend Ballaststoffe in Form von Obst, Gemüse, Salat und Vollkornprodukten essen und rund zwei Liter Flüssigkeit über den Tag hinweg trinken. Anstatt zu Süßigkeiten zu greifen, lieber öfter mal Pflaumen oder Feigen naschen.